Funktionsbereiche / Methoden

MAKRO: An der Innsbrucker Anatomie werden klassische Methoden der Konservierung menschlichen Gewebes in Kombination mit modernen bildgebenden, operativen und biomechanischen Verfahren für Forschungszwecke angewendet.

 

Um Operationen und Bildgebung an KörperspenderInnen hochwertig und realitätsnah umsetzen zu können, werden spezielle Methoden wie z. B. eine auf Alkohol/Glycerin basierende Fixierung eingesetzt. Zusätzlich kommen verschiedene, zum Teil in Innsbruck entwickelte, Injektionsmethoden (Korrosionspräparate) und eine modifizierte Plastinationsmethode für wissenschaftliche Fragestellungen zur Anwendung.

 

MIKRO: Für unsere Forschungsschwerpunkte werden humane erwachsene und humane embryonale Proben, Zellkulturen sowie verschiedene Tiermodelle verwendet und mikroskopisch untersucht. Verschiedenste histologische Färbungen, Immunhistochemie, In-Situ-Hybridisierung, Proximity Ligation Assay, Licht-, Fluoreszenz- und Elektronenmikroskopie kommen zur Anwendung und werden fachlich bewertet. Die Etablierung von 3D-Zellkulturen aus primärem Tumor-Material ist erfolgreich hinzugekommen. 

 

Angewandte Anatomie

In Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachgebieten wird vor allem an der Neu- und Weiterentwicklung von operativen Zugängen, sowie an der biomechanischen Testung von Implantaten geforscht.

Auf dem Gebiet der Neurosonographie werden im Wesentlichen im experimentellen Setting an Tieren, an KörperspenderInnen und an ProbandInnen, neue Anwendungsmöglichkeiten für die klinische (auch präoperative) Praxis translational erarbeitet, um die Ergebnisse umgehend an PatientInnen anwenden zu können (z. B. im Bereich der HNO, Regionalanästhesie und Schmerztherapie).

Außerdem wird auf dem Gebiet des Intraoperativen Neuromonitoring translational im Bereich der endokrinen, viszeralen, pelvinen und plastischen Chirurgie geforscht: bei nahezu all diesen chirurgischen Eingriffen sind nämlich Nervenstrukturen gefährdet. Zur besseren Identifikation wie auch intraoperativen Funktionskontrolle von Nerven (somatisch und autonom) kann der Verlauf und die Funktion anhand unterschiedlicher Signale monopolarer oder bipolarer Stimulation evaluiert und intraoperativ sofort erkannt werden. Drohende Gefahren bei Annäherung an „versteckte“ Nerven im zu operierenden Gewebe werden somit minimiert und eine Verletzung von Nerven mit postoperativen Folgen für die PatientenInnen umgangen.

 

Humanembryologie

Die Humanembryologie ist Teilgebiet der Anatomie und stellt eine wichtige Säule sowohl der deskriptiven als auch der modernen klinisch funktionellen Anatomie dar, indem sie Zusammenhänge zwischen Struktur,  Entwicklung, Funktion und möglichen Fehlfunktionen am Menschen im Vergleich zu etablierten Tiermodellen herstellt.

Soweit wie möglich wenden wir für unsere Untersuchungen molekular morphologische Methoden an. Unsere Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Beckenorgane, des kardiovaskulären Systems sowie des Bewegungssystems und stehen in interdisziplinärerer Zusammenarbeit mit ausgewählten klinischen SpezialistInnen.