Division für klinisch funktionelle Anatomie
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NIKOLAUS HAIDL, genannt der „Burgriese“

Am 18. Juni 1866, wurden die 146 Jahre alten Kirchenstühle aus der ST. Jakobskirche (heute Dom zu St. Jakob) entfernt. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Gruft freigelegt, die hauptsächlich mit den sterblichen Überresten der gräflichen KÜNIGL`schen Familie belegt war.

In einer Nische wurden auch Skelettreste von einem überaus großen Menschen gefunden. Professor Carolo DANTSCHER konnte diese für das Anatomische Museum erhalten.
(LANGER 1871). Die Hand- und Fußskelette, einige Halswirbel, die beiden ersten Rippen und das Brustbein fand er vermutlich nicht, sie fehlen dem Skelett, die Halswirbel wurden aus Holz nachgeschnitzt.

In der Volks- und Schützenzeitung vom Mittwoch, 22. Mai 1867 lesen wir:
„Prof. Dr. Dantscher hat das beinahe vollständige Skelett kunstgerecht zusammengestellt, der Mann dem die Riesenknochen angehörten, maß genau 7 ½ Fuß. Das Riesenskelett steht gegenwärtig im anatomischen Kabinett neben dem Skelett eines Pferdes, welchem die Knochen des Riesen unstreitig Konkurrenz machen.“
Heute weiß man, dass es Nikolaus HAIDL, 1491 verstorben, der Leibtrabant (Bodyguard) Erzherzog Sigmunds des Münzreichen, war.

Wohl zum Dank für seine Dienste ließ ihm Sigismund ein Haus erbauen, das noch heute in der Innsbrucker Hofgasse zu sehen ist, erkennbar an einem für damalige Zeiten hohen Torbogen (Flüsterbogen). Sigismund, der Münzreiche, wie die meisten Menschen des 15. Jhdts., waren ungefähr 165 cm groß, der Riese fast 225 cm.

In seiner ganzen Größe, heutzutage vor erwähntem Pferd, kann man das Riesenskelett in der Fassung von 1867 durch Dantscher im Anatomischen Museum (Sektion für Klinisch Funktionelle Anatomie, Müllerstrasse 59, Tel. 0664 3587985) betrachten.

Dr. Karl Mager

Literatur:
LANGER, Karl: Wachstum des menschlichen Skeletts mit Bezug auf den Riesen; Wien 1871
Wiener Klinische Wochenzeitschrift Nr. 39, 1924
Volks- und Schützenzeitung, cit.


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